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Blatt 4

Geschichte der elektronischen Musik

Ausgehend von Blatt 3 (Ästhetische und kompositionstechnische Hintergründe) werden zunächst die drei "Faktoren", die die Entwicklung elektronischer Musik bestimmen, besprochen: Funk, Tonträgertechnik und elektronische Musikinstrumente. (Terminologie: man sagte bis nach 1945 meist "elektrisch", erst in den 50ern wurde "elektronisch-elektrisch" wertend eingesetzt.) Anschließend wird die Geschichte der wichtigen elektronischen Musikinstrumente der 20er/30er-Jahre besprochen und an Tonbeispielen demonstriert. Die Klangerzeugung wurde mithilfe aktueller Geräte demonstriert.

Tonsystem

Dissonanz

Klangfarbe

Rhythmus

Geräusch

Kunst

 

 

Platte, Lichtton, Tonband

(Aufzeichnung:

elektr. Reproduktion)

 

1877 Edison Phonograph

1929 Lichtton (Tonfilm)

ca. 1940 Magnettonband

Radio, Funk

(Massenkommunikation:

elektr. Nachrichtenübermittlung)

 

1923 erste Sendung in Dt.

1927 Rundfunkversuchsstelle Berlin (HdK)

Elektronische Instrumente

(neue Klangfarben:

elektr. Klangerzeugung)

 

1906 Telharmonium (Dynamophon)

1920 Theremin (Aetherophon)

1921 Sphärophon (Elektromophon)

1928 Ondes Martenot

1930 Trautonium

1948 Mixturtrautonium

 

Schwebungssummer

Röhrenschwingung+Filter

Theremin (1920)

Intention: „Musik und Bewegung", ungewöhnliche Spieltechnik, kaum Originalmusik, neuere Versuche (Smirnow: Installationen, Kombination mit Saxophon).

 

200 Geräte von RCA gebaut.

1995: Einbau in Rave-Istrumenten. Nachbau eines midifizierten Instruments 1996.

Ondes Martenot (1928)

Intention: ein neues, schön klingendes Instrument für Neue (Konzert-)Musik, tendenziell Keyboard-Spieltechnik, Einsatz als prägnantes Melodieinstrument in Kompositionen aus E-Musiksektor.

Bis heute in Frankreich verbreitet und vorhanden.

Sphärophon (1921)

Intention: Realisierung von Mikrotonalität. Spieltechnik zunächst mit Kurbel, später Manual;  nicht durchsetzungfähig, Instrument ist verschwunden.

(Mixtur-)Trautonium (1930)

Intention: zunächst wie Ondes Martenot, später (Mixturtrautonium) "Klangexperiment" angeregt durch Filmmusik-Verwendkbarkeit. Komplizierte Spieltechnik (drei Parameter); Weiterentwicklung. Originalkompositionen: Genzmer, Hindemith.

Filmmusik Oskar Salas. Beachtliches Revival in den 90ern (Sala als Kultfigur).

Volkstrautonium 300 bei Telefunken. Mixtutrautonium als Unikat bei Sala, Einzelnachbau in 80ern (Transistor) und 90ern (digital, Softwarelösung) durch Spix. 2000 Stadt Berlin Kompositionsauftrag an Sibylle Pomerin.

Vorgeführte und ästhetisch/kompositorisch/technisch diskutierte Musikbeispiele:

Theremin:

Lydia Kavina demonstriert ein Theremin auf der Frankfurter Musikmnesse 1995.

Clara Rockmore und Nadia Reisenberg: „Der Schwan", Regie Robert Moog. 1977.

Klangbeispiele von Andrei Smirnow auf der ICMC 2000 in Berlin.

Klangbeispiel einer „Theremin-Adaption" in „Rave-Keyboard".

Ondes Martenot:

Olivier Meassiaen: Turangalilia-Symphonie für großes Orchester und Ondes Martenot, 1948.

Tristan Murail: „M.A.C.H. 2.5" für zwei Ondes Martenot (1971/75 komponiert, Aufnahme 1986 in Bremen).

D. Milhaud: Suite für Ondes Martenot und Klavier, 1932.

(Nicht mehr gespielt: A. Honegger: Jeanne d’Arc au Bucher, 1934/35; P. Boulez: Quatuor für 4 Ondes Martenot, 1945/46)

 

Trautonium/Mixturtrautonium:

H. Genzmer: Konzert für Trautonium und Orchester (UA 1939), Fantasie 1948.

P. Hindemith: Langsames Stück 1935; Sieben Triostücke 1930. (Vorführung der Neueinspielung durch Sala auf der CD "Subharmonische Mixturen").

Für ein späteres Referat zum Thema "Revival - am Beispiel Mixturtrautonium" vorbehalten:

Filmmusiken von O. Sala: Eine Reise zum Mond 1976, Die Vögel 1962, Rummelplatz 1961, Stahl. Thema mit Variationen 1960, Platons Gastmahl 1966, Afleur d’eau 1963, Das kalte Herz usw.

CD „Subharmonische Mixturen" 1997 mit neuen Kompositionen Salas: Rhytmusstudien aus den 60er-Jahren (Interview 1982).

Ausschnitte aus diversen Interviews älteren Datums sowie aus "keyboards 10/2000" - (Video)