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Blatt 8

 

Von der Music for Tape zum Soundscape

Charakteristikum der folgenden Beispiele ist, daß sie „Meta-Kompositionen" sind, das heoßt: das Material ist bereits schon einmal - in einem anderen Zusammenhang - kompniert worden und wird nun in einen neuen (ästhetischen) Zusammenhang gestellt. (Musique concrète war in vieler Beziehung auch „Meta-Musik".)

  • Vladimir Ussachevsky (USA, 1911-1990): „Wireless Fantasy" 1960

VU was asked by the president of Broadcast Music to produce an electronic work using some wireless code signals as the basic sound material. Produziert im Columbia-Princeton Electronic Music Center.

  • Ferdinand Kriwet: „Radio selbst", WDR 1975.

Kriwet führt durch einen ganzen Tag anhand von Rundfunkansagen. (Ähnliche Produktionen hat er schon früher über das amerikanische Fernsehen gemacht.)

  • Heinz Schütz: „Morgenröte - aus der Frühzeit der elektronischen Musik", o.J. ca. 1993.

Schütz arbeitet hier mit dem elektronischen Material der Frühzeit (Meßgeneratoren, Röhrenverstärkern, Impulsfolgen und Hallräumen). Schütz gründete 1958 am WDR das „Tontrick-Studio", das heutige „Studio für Klangdesign".

  • Hans-Jörg Pauli und Hans Ulrich Werner: „Biophonie", 1992.

Die Produktion ist ein Huldigung für Hermann Scherchen, der „ein Pionier der elektroakustischen Musik" war (aber auch „Brüder zur Sonne zur Freiheit" aus Rußland nach Deutschland importiert hat). 500 Sprachfetzen mit Texten Scherchens werden in ein genaues Zeit- und Lautstärkenraster gebracht und vom Computer produziert. Eine 16-kanalige Klangraum-Collage in Kunstkopf-Technik.

  • Walter Filz: „Sprich schneller Liebling", Akustik-Clip 1993.

Die Beschleunigung heutiger Sprache wird dargestellt, teils kommen normale SprecherInnen, teils auch Rapper (Advanced Chemistry) zu Wort. Alles wird digital-elektronisch verdichtet und zusammengestellt.

  • Hans Ulrich Werner nd Michael Rüsenberg: Lisbao - Lisabonn, o.J. kurz vor 1995.

Ein typischer „Soundscape". Die Idee der Städteportraits stammt von Murray Schaeffer. Ihr liegt die These zugrunde, daß jeder Ort der Erde einen charakteristischen „Sound" hat. „Soundscape" in Anlehnung an „Landscape". Die Soundscape-Bewegung ist der Akustikökologie verpflichtet.

Einige „Gattungsbezeichnungen":

  • Hörspiel-Clip,
  • Feature,
  • Collage,
  • Trailer,
  • Akustik-Clip,
  • Soundscape,
  • akustische Kunst,
  • experimentelles Hörspiel,
  • Sounddesign,
  • Hörstück.