Das MIDI-Planetarium
Kern des MIDI-Planetariums ist ein Computerprogramm, das aus den Positionen von bis zu 15 Gestirnen an der Ekliptik eine zeitliche Abfolge von MIDI-Daten nach einer "holographischen Kompositionsmethode" erzeugt. Diese MIDI-Daten können von elektronischen Musikinstrumenten in Klänge umgesetzt werden. Das MIDI-Planetarium ist die derzeit umfassendste und konsequenteste Umsetzung der Theorie von Hans Cousto über die "Planetetntöne".
Kurzinfo
- Ein Forschungsprojekt an der Universität Oldenburg: 55 Personen ließen sich ihr Geburtshoroskop vertonen. Auswertung 1997. Circa 100 Geburtshoroskope wurden erstellt. Konzerte und Installationen wurden ausgewertet.
- Durchführung von Konzerten in drei Versionen. Als konzertantes MIDI-Planetarium zusammen mit dem Obertonmusiker Reinhard Schimmelpfeng, als rein elektronisches Abendkonzert und als MIDI-Planetarium Ambiente zur Nonstop-Beschallung von Räumen.
- Ein Computerprogramm, das auf allen GM-Soundmoduln läuft und erlaubt, Horoskope in Musik umzusetzen. Das Programm ist PlugIn in die Astrologie-Software "Jupiter 55" integriert und wird auf CD-ROM für beliebigen Multimedia-PC angeboten.
- Das künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsprojekt wurde in unterschiedlichsten Konstellationen öffentlich vorgestellt (Konzerte, Installationen, planetarische Bespielungen, interaktive Vorträge etc.).
- Gesamtdokumentation auf CD-ROM: Inhalt. Bestellung beim Bis-Verlag Oldenburg (15 Euro).
Projektleiter:
- Prof. Dr. Wolfgang Martin Stroh
- iii-twiskenstudio oldenburg
- Saarstr. 22, D-26121 Oldenburg
- Tel. +49 441-83645, Fax +49 441-8859985
- Email: Wolfgang Martin Stroh
1. Das Forschungsprojekt MIDI-Planetarium
Ziele
Das MIDI-Planetarium soll HörerInnen im Konzert oder Personen, die ihr eigenes Geburtshoroskop anhören, eine musikalische Erfahrung von der holistischen Einbettung des Menschen in den Kosmos" vermitteln (Page 1a). Um zu überprüfen, inwieweit dies Ziel mit dem Computerprogramm-Ansatz des MIDI-Planetariums erreicht werden kann, wurden seit 1991 dutzende von Situationen inszeniert", in denen Menschen mit der Musik des MIDI-Plantariums Erfahrungen machen konnten (Page 1b). Die Rückmeldungen über die Qualität solcher Erfahrungen ist naturgemäß ungenau und diffus (Zeitungskritiken, Diskussionen im Anschluß an Konzerte, Interesse von Konzertveranstaltern usw.).In einem genauer kontrollierten Forschungsprojekt, das Wolfgang Martin Stroh in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Astrologenverband Freiburg durchführt, soll untersucht werden, welcher Art die musikalischen Erfahrungen sind, die Menschen beim Hören ihrer eigenen Geburtshoroskopvertonung machen. Es soll für den Spezialfall des Geburtshoroskops
konkretisiert werden, wie bei den betroffenen Menschen solcherart musikalische Erfahrungen unter Selbstbeobachtung aussehen;festgestellt werden, wie
(1) die musikalischen Vorerfahrungen,
(2) die astrologischen Vorerfahrungen und
(3) die konkreten Verwendungs-und Hörsituationen
solcherart Erfahrungen beeinflussen;die konkreten Verwendungs-und Hörsituationen solcherart Erfahrungen beeinflussen
Im vorliegenden Projekt soll nicht untersucht werden, ob es zwischen der selbstbeobachteten musikalischen Erfahrung und der astrologischen Persönlichkeitsdeutung Analogien und Übereinstimmungen gibt. Eine entsprechende Nachfolgeuntersuchung ist denkbar.
Äußerer Rahmen der Untersuchung 1996-1997
Zwischen Oktober 1995 und Juni 1996 wurde bei Vorträgen, Konzerten und über den Deutschen Astrologenverband für die Teilnahme am Forschungsprojekt geworben. InteressentInnen mußten 20 DM bezahlen und erhieten zunächst den Tonträger Sternenhimmel über Berlin", einen Konzertmit-schnitt des MIDI-Planetariums aus dem Zeiß Großplanetarium Berlin. Falls den InteressentInnen diese Musik zusagte, konnen sie sich mit weiteren 50 DM zur Teilnahme anmelden. Es lagen 55 Meldungen vor. Die TeilnehmerInnen erhielten bis 12.9.96 (NachzüglerInnen bis 20.10.96) 2 Vertonungen ihres Geburtshoroskops. Bis zum 1.1.97 mußten sie diese Vertonungen unter verschiedenen Gesichtspunkten durchhören und entsprechende standardisierte Fragen zur Selbstbeobachtung beantworten. Die Antworten werden 1997 ausgewertet. Ein erster Ergebnisbericht von Wolfgang Martin Stroh wurde auf einer
Tagung am 17.-19.5.97 in Oldenburg diskutiert. Ein Tagungsbericht liegt vor.
Durchführung und Auswertung der Untersuchung 1996-1997
In einem für empirische Forschung ungewöhnlich hohem Maße müssen die Versuchspersonen" (Vpn) involviert sein. Sie müssen sogar Geld investieren. Daher kommen nur Menschen in Betracht, die ein Interesse an astrologischer Musik haben. Die Bereitschaft der Vpn wird in einem Vorlauf getestet, in dem Interessierte sich ein prototypisches MIDI-Planetarium" anhören. Dieser Vorlauf ist wichtig, weil allzu große Abneigung gegen die musikalischen Mittel der Vertonung die weitere Untersuchung behindern würden. Im Grunde sollen also sich nur solche Menschen beteiligen, die neue musikalische Erfahrungen erwarten und solchen Erfahrungen gegenüber aufgeschlossen sind.
Aufgrund der Geburtsdaten werden im Studio zwei stilistisch unterschiedliche Vertonung von je 30 Minuten Dauer erstellt, die den Vpn dann zugesandt werden. Jede Vp weiß, daß diese Vertonung einmalig, individuell und aufgrund ihrer persönlichen Geburtsdaten erstellt ist. Weitere Detailkenntnisse über Kompositionsmethoden etc. sind nicht erforderlich. Im Verlauf von 2 bis 3 Monaten sollen folgende Aufgabe bearbeitet werden:
- Nach einem ersten Hören der beiden Fassungen soll die Vp sich für eine Fassung entscheiden und mit dieser dann in folgenden Schritten arbeiten:
- Die ganzheitliche Einschätzung der ausgewählten Fassung soll nach nochmaligem Hören in Fragebogenform ( Münchener Musikwahrnehmungsskala") festgehalten werden.
- Es folgt ein nochmaliges analytisches Anhören zwecks Beantwortung formalisierter Selbstbeobachtungsfragen zur
- Entstehung innerer und äußerer Bilder
- physiologische Reaktionen
- Widerspiegelung von Persönlichkeitsmerkmalen und
- Dramaturgie des Gesamtablaufs
- Nach einem einfachen Frageraster soll über die Hör- und Verwendungssituationen während des gesamten Bearbeitungszeitraums Auskunft gegeben werden.
- Schließlich soll die Vp formalisiert (kurzer Fragebogen) über musikalische und astrologische Vorerfahrungen Auskunft geben.
1998 wurd mit 22 Versuchspersonen eine qualitative Nachuntersuchung durchgeführt: Die Aussagen zur Entstehung von äußeren und inneren Bildern und zu Persönlichkeitsmerkmalen wurden mit der digital gespeicherten Musik verglichen. Alle Aussagen, die nicht in evidenter Weise durch die Klänge bedingt waren, wurden zusammengestellt und mit einer hypothetischen Interpretation nochmals den Versuchspersonen mit der Bitte um Stellungnahme zugesandt. Ein Ergebnisbericht wurde vor der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie vorgetragen, nicht jedoch publiziert..
2. Das Konzertante MIDI-Planetarium
Experimentelle Obertonmusik für Stimme, Instrumente, Elektronik und ComputerDas Konzert:
Im konzertanten MIDI-Planetarium führen ein Obertonmusiker und ein Computerprogramm die Zuhörerinnen und Zuhörer durch die harmonikalen Strukturen der Gestirne am Tierkreis. Ein Computer errechnet aus den Positionen und Bewegungen der Gestirne zum Zeitpunkt des Konzerts Grund- und Obertöne, auf die Reinhard Schimmelpfeng improvisatorisch mit Stimme, Didjeridu, Aquaphon, Maultrommel und anderen Instrumenten reagiert. Ungewohnte Rhythmen, Klänge und Melodiefetzen führen die Zuhörerinnen und Zuhörer weit weg von allen Hörklischees hin zu einer meditativen Musik, deren Komplexität so natürlich und selbstverständlich ist wie die Schönheit eines nächtlichen Sternenhimmels.
Presse: "Es wabbert kein Milchstraßennebel, und keine NASA-Shuttle-Besetzung schwafelt mit der Bodencrew. Stattdessen peitschen messerscharfe Signale durchs All, die sich beim wiederholten Hören - nein, nicht zu Melodien, sondern zu bizarren Melodiefetzen zusammensetzen." "Möglicherweise ein großer Schritt für die Elektronikerzunft."
Wolfgang Martin Stroh hat das Programm "MIDI-Planetarium" als ein Tool für experimentelle und deutungsneutrale Horoskopvertonung an der Universität Oldenburg entwickelt und es seit 1991 in Planetarien und Konzertsälen vielfach eingesetzt. Er steuert auch die elektronischen Klänge der konzertanten Version.
Reinhard Schimmelpfeng, der in Norddeutschland als experimentierfreudiger Obertonmusiker bekannt ist, arbeitet seit 1993 mit Strohs MIDI-Planetarium zusammen. Gemeinsame Konzertvorführungen 1994-95: Zeiß Großlanetarium Berlin, Zweite Oldenburger Klangnacht, 13. Synthesizerfestival Braunschweig, KlangArt '95 Osnabrück, Olbers-Planetarium Bremen, Cooperativa Neue Musik Bielefeld, Weserburg Bremen.
Die Künstler:
Wolfgang Martin Stroh (Oldenburg) ist Musikwissenschaftler an der Universität Oldenburg, leitet das Twiskenstudio für experimentelle und esoterische Musik, hat 1990-1994 drei Lehrbücher über Algorithmisches Komponieren und das Stimmen von Synthesizern sowie ein "Handbuch New Age Musik" geschrieben. Er hat esoterische Musiksoftware entwickelt und führt Konzerte mit dem Experimentalduo "Brain & Body" und seit 1991 mit dem MIDI-Planetarium durch.
Reinhard Schimmelpfeng (Bremen) hat bei Hans Otte Komposition studiert und ist freischaffender Obertonkomponist, Obertonmusiker und Klangtherapeut. Er praktiziert eine spezifische Monochord-Klangmassage, leitet das Bremer Oberton-Ensemble, ist Lehrbeauftragter für Obertongesang, gibt laufend solistische Obertonkonzerte und führt Workshops durch. Zusammen mit anderen Musikern und Komponisten wirkt er bei multimedialen Produktionen mit und erweist sich - zum Beispiel auf der jügsten CD "AUMA" - als ein profilierter Exponent der Neuen Obertonmusik.
Informationen für KonzertveranstalterInnen 1. Aufführungsorte und -anlässe
Das MIDI-Planetarium seit 1992 in Planetarien unterschiedlicher Größe, in Konzertsälen, auf öffentlichen Plätzen, in glasüberdachten Foren von Museen und in kleineren Vortragssälen aufgeführt worden. Neben frei veranstalteten Konzerten wurde das konzertante MIDI-Planetarium bei Festivals, bei Klangnächten, auf Tagungen zur Popularisierung astronomischen Wissens, im Rahmen von Vortragsreihen und auf Kongressen für Computermusik vorgeführt. Bisherige Vorführungen u.a.: Zeiß-Großplanetarium Berlin (1992, 1994), Artefakta Oldenburg (1993), Freies Musikzentrum München (1993, 1995/96), Erste und Zweite Oldenburger Klangnacht (1991, 1993), Olbers-Planetarium Bremen (1994), Mediennacht im Rahmen des 13. Synthesizerfestivals Braunschweig (1994), KlangArt Osnabrück (1995), Cooperativa Neue Musik Bielefeld (1995), Weserburg Bremen (1996), als Playback zu Orchester- und Kammermusik, als Liquid Sound (2000)..
2. Aufführungsvoraussetzungen und Technik
Das konzertante MIDI-Planetarium wird präsentiert von einem Obertonmusiker, der auf einer mindestens 5x4 m großen Bühne agiert, und einem relativ aufwendigen elektronischen Instrumentarium, das je nach örtlichen Gegebenheiten plaziert werden kann. Instrumente und Verstärkeranlagen werden gestellt, sofern die Räume für bis zu 250 Personen dimensioniert sind.
3. Werbung, Konzertabwicklung
Für die Werbung werden 25 Plakate (42x58 cm) mit freiem Beschriftungsstreifen kostenlos, weitere Plakate um 2 DM/Stück zur Verfügung gestellt. Im Konzert wird ein 4-seitiges Programmheft verteilt. Es kann darüberhinaus ein Blatt mit dem aktuellen Abendhoroskop, das dem Konzert zugrundeliegt, für das Publikum zur Verfügung gestellt weden. Der Aufführungsraum muß 5 Stunden vor Konzertbeginn für Aufbauten zur Verfügung stehen. Der Antransport sämtlicher Instrumente erfolgt, soweit Autos fahren können. Für den weiteren Transport und Aufbauarbeiten wird Hilfe benötigt. Die reine Spieldauer des Konzerts beträgt 60 Minuten. Auf besonderen Wunsch kann nach vorheriger Absprache eine andere Spieldauer vorprogrammiert werden. Der Abbau im Anschluß an das Konzert dauert ca. 1 Stunde und erfordert dieselbe Hilfe wie der Aufbau. Falls Übernachtungen notwendig sind, ist für eine diebstahlsichere Unterbringung der Instrumente und Geräte zu sorgen.
4. Kosten
Eine Vorführung des MIDI-Planetariums in der 60-minütigen Fassung kostet ca. 2000 DM netto. In diesem Preis sind inbegriffen: Transport (wie unter 3. beschrieben), Transportversicherung, Auf- und Abbaulogistik, Konzertvorführung, 25 Plakate, Programmhefte und Abendhoroskop-Blätter. Extra berechnet werden in jedem Falle Fahrtkosten (2 Mal Bundesbahnkosten mit IC-Zuschlag) und falls erforderlich Hotelkosten.
3. MIDI-Planetarium fürGM-Soundmoduln
Am 1.4.1999 kam das MIDI-Planetarium in einer "Volksversion" auf den Markt. Das Programm läuft auf jedem Multimedia-PC (mit windows 95 und höher und mit GM-Soundcard). Das Programm ist als "Modul" in die Astrologie-Software "Jupiter 55" integriert. Man erstellt zunächst in "Jupiter 55" ein Horoskop (durch Eingabe von Ort und Zeit) und kann dann über einen Zusatzbefehl "MIDI-Planetarium" den neuen Modul aufrufen. Man kann nun sofort eine einfache Horoskopvertonung starten. Während die Musik läuft, können Klänge, Lautstärkenverhältnisse, Stereopositionen und vieles mehr verändert werden. Planetentöne können ein- und ausgeschaltet und bestimmte Aspekte zwischen Planeten musikalisch umgesetzt werden.
Das "PlugIn" in das Astrologieprogramm "Jupiter 55" funktioniert leider nur bis windows 95 korrekt. Spätere Windows-Versionen bereitsn Schwierigkeiten. Eine Umarbeitung für aktuelle Windows-Version ist leider bis Mitte 2008 nicht zu erwarten!
Bestellung über fridum@aol.com.
Download des Handbuchs zum PlugIn!
Sie können die "Planetentöne" nach Hans Cousto auf Ihren Rechner herunterladen! Klicken Sie wave für Wave-Dateien und midi für Midi-Dateien. Weitere Informationen finden Sie dort.
Im Planetarium Osnabrück bei der "KlangArt 1995"
Aufstellung bisheriger Präsentationen des MIDI-Planetariums
4. Gesamtdokumentaion auf CD-ROM
Gesamtdarstellung sämtlicher Aktivitäten (inclusive Bilder, Midifile-Demos, Audio-Beispielen) auf einer interaktiven CD-ROM. Bestellung: BIS-Verlag Oldenburg, ISBN 3-8142-0802-1, e-mail: : bisverlag@uni-oldenburg.de.
Inhalt der CD-ROM:
Was erwarten Sie?
Vorwort (download möglich!)
Teil I. Entwicklung und Konzept
1. Vorläufer: MIDI-Experimente und algorithmisches Komponieren
2. Vorstufen: Microtuning, Obertonstimmung und kosmische Computerrhythmen
3. "Sternkarte": Das erste MIDI-Planetarium
4. Die Erste Oldenburger Klangnacht
5. Die Wende: Das Zeiss-Großplanetarium
6. Das MIDI-Planetarium und die Universität
7. Theorie: Das harmonikale Weltbild
Die pythagoreische Perspektive
Die Fourier'sche Perspektive
Die Cousto'sche Perspektive
Teil II. Die künstlerische Erprobung: Konzert-Horoskopvertonungen
1. Das Konzertante MIDI-Planetarium
2. Vom Atari ST zum Multimedia-PC
3. Implementierung von Licht und Farbe
4. Playback für InstrumentalistInnen
5. Dienstleistungen im Internet
Teil III. Die empirische Evaluation: Geburtshoroskopvertonungen
1. Untersuchungs-Design. Teilnehmerwerbung, Fragebogen
2. Erstellung der Geburtshoroskope
3. Quantitativer Teil der Auswertung
Äußerer Ablauf der Untersuchung
Beschreibung der ProjektteilnehmerInnen
Der Umgang mit den Horoskopvertonungen
Erfahrungen beim ganzheitlichen Hören
Schlussbemerkung
4. Qualitativer Teil der Auswertung
Die Pfingsttagung 1997
Die qualitative Nachuntersuchung
5. Nachuntersuchung zur Rolle von Vor-Informationen
Gesamtergebnis
Anhang
Erläuterung der Programmierung
Hörbeispiele
Midifiles
Lauffähige Version des PC-PlaugIns "MIDI-Planetarium"