44. Musikimprovisation, Ziel: Spiegeln

  Aktivitäten

Warming Up. Begrüßungsmusik.

Spielt ein 3-teiliges Musikstück!

  1. Teil: Langsam beginnen, gemeinsamen Rhythmus finden.
  2. Teil: Temperamentvoll beginnen, leise werden, Raum für ein oder mehrere Soloinstrumente lassen.
  3. Teil: ein Instrument beginnt, die anderen Instrumente kommen langsam dazu, gemeinsames Ende gestalten.

"Spiegeln":

  1. Erzählt, was ihr gehört habt und wie es Euch mit der Musik ergangen ist!
  2. Sagt nochmals ("spiegelt"), was ihr von den anderen TeilnehmerInnen gehört habt!

Entspannungsübung

Ziele, Stichworte zu "Aktive Musiktherapie/Spiegeln"
  • Wahrnehmungsübung
  • Selbstwahrnehmung/Fremdwahrnehmung
  • Wahrnehmen von Reaktionen auf das Hören von Musik
  • Wahrnehmen der eigenen Person und Spiegeln der eigenen Person durch andere Personen.
  • Erinnern
  • Konzentration

Protokoll

1. Warming up

(1) Freie Bewegung zu Musik im Raum. Alle sollen sich gegenseitig begrüßen. Anschließend Gespräch darüber, wie es jeder/jedem ergangen ist.

Anmerkung: Auffallende Freundlichkeit, bei einigen wirkte dies als „aufgesetzt".

(2) Instrumente auswählen und individuell ausprobieren.

2. Gruppenimprovisation: Dreiteiliges Musikstück

Aufgabe: Die Gruppe soll ein dreiteiliges Musikstück improvisieren. In Teil 1 soll die Gruppe einen gemeinsamen Rhythmus finden. Teil 2 soll temperamentvoll beginnen und leiser werden sowie Raum für Soli lassen. In Teil 3 soll ein Instrument beginnen, die anderen nach und nach dazu kommen und ein guter Abschluss des ganzen Stücks angestrebt werden.

Anmerkung: Trotz einiger Unsicherheiten in einzelnen Phasen ergab sich insgesamt nach Einschätzung der BeobachterInnen ein „sehr schönes" Stück. Schlusseffekte waren gut, der Anfang eher unsicher.

3. „Spiegeln"

Aufgabe 1: „Wie ging es Euch mit der Musik?" - Nachdem die Beantwortung dieser Frage erledigt war erfolgt

Aufgabe 2: „Wiederholt die Aussage einer TeilnehmerIn - und sagt auch, welche TeilnehmerIn die entsprechende Aussage getan hat." Die jeweils zitierte TeilnehmerIn hört zu und soll nicht Stellung nehmen (korrigieren etc.).

Ziel: Die TeilnehmerInnen, die gespiegelt werden, bekommen Rückmeldung darüber, wie sie „gewirkt" haben und was von ihren Äußerungen „rüber gekommen" ist. Die TeilnehmerInnen, die spiegeln, überprüfen, wie wichtig ihnen die Äu?erungen der anderen gewesen sind und was demzufolge in Erinnerung geblieben ist.

Anmerkung: Insgesamt wurden 5 von 9 Aussagen gespiegelt. Die Übung wurde als „schwierig" empfunden. Diskutiert wurde, was zu tun ist, wenn einzelne TeilnehmerInnen nicht gespiegelt werden (ausgelassen wurden): bei kleineren Gruppen hat hier die MusiktherapeutIn selbst zu intervenieren.

4. Entspannungsübung

Aufgabe: Vier TeilnehmerInnen sollen entspannt werden. Sie liegen auf dem Boden. Pro Person gibt es ein „Arsenal" von Gegenständen (Steine, Tücher, Stäbe, Muscheln). Zu jeder auf dem Boden liegenden Person gibt es eine weitere Person, die die zu entspannende Person mit Gegenständen aus dem „Arsenal" zudeckt und später wieder aufdeckt („HilfstherapeutIn"). Die übrigen TeilnmehmerInnen sollen das Geschehen genau beobachten und das Geschehen mit einer passenden leisen Musik begleiten.

Ziel: Die vier am Boden Liegenden sollen sich (haptisch und akustisch) geborgen fühlen und dadurch entspannen. Die InstrumentalistInnen sollen sich auf das Geschehen konzentrieren, am Entspannungsprozess der am Boden liegenden aktiv mitwirken und sich selbst dadurch entspannen. Sie sollen anderen „etwas Gutes tun". Für die „HilfstherapeutInnen" gilt letzteres in verstärktem Maße.

Anmerkungen: Eine Reihe konkreter Klänge (Harfe, Glocken, Trommelschlag etc.) wurden als besonders „entspannend" - zum Beispiel mit dem Atemrhythmus koordiniert - wahrgenommen. Die MusikerInnen hatten sich offensichtlich gut in den Entspannungsprozess „eingegrooved". Das Belegtwerden mit kalten Steinen wurde unterschiedlich empfunden.