99. Körpereigene Instrumente, Stimme

Aktivitäten

Warming Up.

Übung 1

Übung 2

Übung 3

Ziele und Stichworte zu: Körpereigene Instrumente, Stimme, - Singen, Singtänze
  • Körpereigene Instrumente, Stimme:
  • Selbstwahrnehmung/Fremdwahrnehmung/Selbstsicherheit
  • Improvisation, Ausprobieren, Experimentieren.
  • Erproben eigener Fähigkeiten (z.B. Stimme).
  • Feedback beim Singen nicht unbedingt erforderlich.
  • Singen.
  • Singtänze.
  • Auflockerung.
  • Freude am Singen.
  • Geborgenheitserleben.
  • Einordnung.
  • Erproben sozialer Verhaltensweisen.
  • Selbstsicherheit.
  • Erinnerung.
  • Kameradschaft.
  • Kooperation.
  • Kein Chor.
  • Es kommt nicht auf Ästhetik oder Schönheit des Gesungenen an.

 

Protokoll

Warming up: Die Aufgabe war es durch den Raum zu laufen, sich gegenseitig zu begrüßen und nur das Wort „Tomate" zu verwenden. Musik wurde nicht eingesetzt.

Die Gruppe lief durch den Raum und eine unterschiedliche Artikulation variierten die einzelnen das Wort „Tomate", mal lauter, mal leiser, mal freudiger, mal ernster.

 Im Anschluß wurde das Thema, „körpereigene Instrumente", bekannt gegeben und die Gruppe wurde aufgefordert, einige dieser zu erproben. Folgende Versuche erfolgten: küssen, schnalzen, wiehern, klatschen, pfeifen, trampeln...

1. Aufgabe

Der Ablauf gestaltete sich anfangs etwas zaghafter, wurde aber mit der Zeit durch ein dauerhaftes „Gesäusel" zu einer kontinuierlichen, harmonischen Geräuschkulisse, aus der sich dann vehementere Laute herauskristallisierten: Tiere wurden simuliert, es wurde gepfiffen oder auch getrampelt. Die Gruppe fand sehr einstimmig zu einem gemeinsamen Schluß.

Im anschließenden Gespräch wurden die simulierten Tiere aufgezählt: Tiger, Vögel, Schlangen, Frösche. Außerdem berichteten einzelne wie es ihnen ergangen war. Großteils wurde es als spaßig, lustig und schön empfunden. Einige hörten lieber zu, hätten gern mehr Orientierung oder mehr Einfälle gehabt.

 Die Ziele dieser Übung bestanden sowohl in der Selbstwahrnehmung/Fremdwahrnehmung, im Erproben der körpereigenen Instrumente und der Fähigkeiten, der Einordnung der einzelnen in die Gruppe als auch der Kooperation und dem Gruppenerleben.

2. Aufgabe

 Die Rhythmusgruppe begann durch klatschen und zischen den Ablauf. Zaghaft setzte die Melodiegruppe ein und fand nach einer Weile des Erprobens eine recht harmonische Grundstimme, die besonders von einem tiefen Männersummen gehalten wurde. Die Frauenstimmen setzten sich mit einzelnen Soli durch. Allgemein war die Melodiegruppe dominanter als die Rhythmusgruppe. Einzelnes Klatschen aus der Melodiegruppe brachte den Wechsel der Zuständigkeiten in Gang, der sich beinahe ohne Bruch vollzog. In der neuen Verteilung erwies sich nun der Rhythmus als dominanter, da der Rhythmus lauter, schneller und in sich unruhiger gehalten war. Nun wirkte die Melodie mit ihrem leichten „Sing Sang" eher begleitend. Gemeinsam fanden die beiden Gruppen ein Ende, was sich in einem leisen Versummen äußerte.

Die anschließenden Voten der einzelnen, wie sie die Übung wahrgenommen hatten, waren ausgesprochen verschieden: einige fanden den Übergang besonders schwer, während andere ihn richtig gut fanden, ebenso war ein einige der 1. Melodiegruppe sehr unzufrieden mit der Kommunikation untereinander, und andere Mitglieder dieser Gruppe fanden geraden diese Disharmonie besonders gut. Allgemein wurde es leichter empfunden den Rhythmus zu geben als zu singen, auch wenn das Singen nicht als schlimm empfunden wurde. Von dem gemeinsamen Ende schienen alle sehr angetan.

Die Ziele dieser Übung waren sicher, das Erproben der Selbstsicherheit mit der Stimme, die als ein sehr persönliches, aufregendes Instrument gilt, schwieriger im Gebrauch als das Klatschen z.B. Daher ist der Gebrauch der Stimme meist verpackt in Melodie, Rhythmus oder in der Gruppe in einen Chor. Außerdem ging es in dieser Übung wieder um die Einordnung der einzelnen in die Gruppe und die Kooperation, um das Austesten der eigenen Singfähigkeiten, um Freude am Singen und das Erleben sozialer Verhaltensweisen in der Gruppe. Wichtig ist daß es nicht um Ästhetik oder Schönheit des Gesungenen geht.

3. Aufgabe

 Der Ablauf war zu Beginn von einem permanenten Gelächter begleitet. Die einzelnen Gruppen taten sich anfangs schwer.

Die erste Gruppe erprobte als Grundrhythmus ein gemeinsames Stampfen. In recht heiterer Atmosphäre wurde nun experimentiert, mit Wörtern (Stroh, Heu) und Geräuschen (Schnalzen, klatschen, Tierimitationen, schnipsen). Nach einiger Zeit des Austestens hatte diese Gruppe ihren Stil gefunden: als einstimmiger Rhythmus bestand weiterhin das Stampfen, der durch einzelne andere Geräusche erweitert wurde. Hinzu kam nun eine Art Sprechgesang, in Form eines Frage- Antwort – Spiels mit den eben benannten Worten.

In der Vorführung trat die Gruppe dann recht mutig auf. In einem engen Kreis trug sie das Erprobte vor. Allgemein zeigte sich hier eine sehr gute Kommunikation, die besonders durch den Sprechgesang – die Frage des einzelnen, die Antwort durch die Gruppe – deutlich wurde. Die Vorführung entsprach großteils der Probe, nur wurde der Sprechgesang noch spontan variiert, indem die Worte Heu und Stroh im Wechsel, getrennt oder verbunden auftauchten. Zu einem Ende brachte diese Gruppe es durch ein schallendes Gelächter.

Die zweite Gruppe hat sehr viele "pattern-orientierte" Ansätze ausprobiert und konnte sich in der vorgegebenen Zeit nicht auf ein "Modell" einigen.

Anschließend wurde die Gruppe "genötigt", etwas vorzustellen. Nach einigem Zögern traten die Gruppenmitglieder mutig in die Raummitte - und fingen einfach an: Der Mut wurde belohnt, es kam ein musikalisch geschlossenes Spiel zustande, das auch beklatscht wurde. Dabei griffen die Gruppenmitglieder auf einige Musiziermuster zurück, die eventuell aus anderen Musikkursen bekannt waren, so beispielsweise ansatzweise Blues-Singen, groovige Rhythmen zu Call-Response. Schön auch ein gemeinsames "fade out".

Die dritte Gruppe war vom Warming Up, der Tomate, fasziniert und entwickelte verschiedene Worte zu einem "Spaghetti Bolognese" : Parmesano, Bolognese, Oregano, Spahetti und Tomatensauce. Die Worte wurden rhythmisch gesprochen und zu einem "Rhythmus-Pattern" zusammengefügt, dazu wurde, um das Timing zu halten, geschnipst. (Modell dieses rhythmischen Sprechens ist am Wochenende zuvor auf einem workshop zum szenischen Spiel vorgestellt worden...)

Bei der Präsentation stellten sich die Gruppenmitglieder in einem großen Kreis (außerhalb der ZuschauerInnen) auf und setzten kanonisch ein. Nachdem der Grundgroove stand improvisierte jedes Gruppenmitglied ein "Solo" (wobei die übrigen leise weitermachten). Ende mit einem markanten Klatsch.

Wichtige Ziele dieser Aufgabe bestehen wieder in der Erprobung der eigenen Stimme und wie die einzelnen in der Gruppe damit auftreten. Es geht um Selbst- und Fremdwahrnehmung, um Selbstsicherheit ebenso wie Geborgenheitserleben in der Gruppe, Kameradschaft und Kommunikation. Es scheint sehr von den Teilnehmern abzuhängen was für Musikstücke gestaltet werden, so neigen Jugendliche zu Rapsongs und Kindern liegt eher das „Urwald-Musikstück".