"Schamanismus und Musik"

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Flatischlers Darstellung und Erklärung des Koreanischen Schamanismus:

 

Klang

 

 

 

 


Symbol            Rhythmus

Prämisse: Musik ist mehrdimensional. Das Elementardreieck „Musik“  (Klang-Symbol-Rhythmus ÑÒ Energie-Geist-Zeit).

 

Beschreibung der „Zeremonie“: „ich spüre, wie sich Teile meines Körpers verschieben und neu zusammensetzen“ - „ich sehe, wie mein Körper Farben annimmt und jede Farbe ein Körpergefühl auslöst“.

 

 

Stufe des „Glaubens“: die Zeremonie (und deren heilende Wirkung) löst die Zweifel an der „Kraft des Rhythmus“.

 

Stufe des „Wissens“: der Glaube geht in Wissen über, in dem eine erste Erklärung erfolgt (Rhythmus erreicht tiefere Bewußseinsschichten, ist ein Mittel der Bewußtseinserweiterung).

 

Hypothesenbildung: „Es gibt in jedem Menschen ein rhythmisches Urwissen“.

 

Beweis der Hypothese: (1) interkultureller Vergleich (vgl. C. G. Jung’s Archetypen-Lehre), (2) Experimente mit TaKeTiNa (soll das rhythmische Urwissen aktivieren)- Die schamanische Erfahrung ist kein Beweis, sondern dient der Motivation zur Hypothesenbildung.

 

 

Stichworte zur externen Erklärung des von Flatischler beschriebenen Vorganges:

 

Da keine üblichen Medikamente zum Einsatz kamen, wird der Heilungserfolg auf eine „Selbstheilung“ zurückgeführt. Die westliche Psychologie wird in dem beschriebenen Vorgang vor allem zu erklären versuchen, wieso die (musikalische) Reizwirkung so stark  war, welche Rolle die dabei auftretende Bewußtseinsveränderung hatte und warum die „Selbstheilung“ funktionieren konnte. Sie hat hierzu folgende empirisch gesicherte Fakten zur Verfügung:

 

 

Reiz        physiologischer Effekt          Bewußtseinsveränderung       Heilung

 

·      

 

 

Hoher Erregungszustand oder eine große Erwartungshaltung kann „Reizwirkung“ verstärken.

·       Reizstruktur: (1) Wiederholung (Monotonie), (2) Lautstärke (Reizüberflutung), (3) wiederholte optische Reize (Lichtblitze), d.h. synchrones Zusammenwirken mehrerer Sinnes-Reize..

·       Neurophysiologische Effekte: (1) Ausschüttung von Botenstoffen („endogenen Drogen“), (2) Gehirnwellenresonanz, (3) Gehirnhälftensynchronisation. Mit der Folge:

·       Abschalten des Tagesbewußtseins: (1) es entfällt die „Zensur“, das Überich, (2) Sensibilität für innere Vorgänge ist erhöht, (3) Tiefenentspannung tritt ein.

·       Selbstheilung: (1) Entdeckung der Selbstheilungskräfte, (2) Aktivierung der Selbstheilungskräfte.

 

 

 

Quelle: Reinhard Flatischler: TaKeTiNa. Der Weg zum Rhyhthmus. Synthesis-Verlag Essen 1990.

Zu Flatischlers Archetypentheorie: Wolfgang Martin Stroh: Zur psychoanalytischen Theorie der Weltmusik. In: Beiträge zur Popularmusikforschung 19/20, Coda-Verlag Karben 1997, S. 128-151. - Ders.: Das „rhythmische Urwissen“ und die Archetypen. Reinhard Flatischler im Gespräch mit Wolfgang Martin Stroh. In: Musiktherapeutische Umschau 18, 1997, S. 308-317.