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Wolfgang Martin Stroh . Saarstr. 22 . D-26121 Oldenburg - Tel. 0441-83645 . E-Mail: wolfgang.stroh@uni-oldenburg.de

Das Bremer Gamelan und seine Stimmung (Forschungsprojekt)

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Die akustischen Messung am fünftönigen Gamelaninstrumentarium (Slendro) haben folgendes ergeben:


1. Die Platten bzw. Gongs von Saron bzw. Bonang sind auch nicht näherungsweise pentatonisch gestimmt.

2. Sie sind auch nicht temperiert fünftönig gestimmt (d.h. die Oktav ist nicht in  fünf gleiche Intervalle unterteilt), wie bisweilen vermutet wurde.

3. Die gleich bezeichneten Tonstufen (Platten bzw. Gongs) sind nicht oktavrein, so dass es unterschiedliche Stimmungen in den unterschiedlichen Oktavlagen desselben Instruments gibt.

4. Saron und Bonang sind jedoch genau gleich gestimmt, so dass das Instrumentarium in jeder Oktavlage untereinander gleich gestimmt ist.

5. Das siebentönige Gamelaninstrumentarium (Pelog) passt nicht in das fünftönige, obgleich es aus derselben Werkstatt wie das fünftönige stammt.

Im Anschnitt Methode wird erörtert, dass die Frequenzbestimmung und damit der Tonhöheneindruck bei den Gamelaninstrumenten unterschiedlich prägnant ausgeprägt ist und daher die für westliche Hörer dominierende Wahrnehmung von Gamelanmusik als Musik mit bestimmten Melodie oder Motiven (also Tonhöhenfolgen) überlagert ist von einer anderen Art der Wahrnehmung, bei der die Klangfarbe dominant ist. Die „Stimmung“ der Gamelanmusik ist daher in einem klangfarblichen Sinne als „Stimmung“ und weniger im Sinne der westlichen Musiktheorie als System von genau fixierten Tonhöhen aufzufassen.

Zum interaktiven Programm, mit dessen Hilfe Sie die (originalen) Instrumente spielen können!

oktaven.mp3

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