gamelan-index ziel messungen midi mira

Wolfgang Martin Stroh . Saarstr. 22 . D-26121 Oldenburg - Tel. 0441-83645 . E-Mail: wolfgang.stroh@uni-oldenburg.de

Das Bremer Gamelan und seine Stimmung (Forschungsprojekt)

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Das 1979 in der Werkstatt des Königshofes Mangkunagaran von Surakarta gebaute (fünftönige) Gamelan-Instrumentarium des Bremer Überseemuseums wurde 1996 „vermessen“. (Details siehe unter Methode!)

Bestätigt wurde die bekannte Tatsache, dass die Stimmung der Instrumente vollkommen „individuell“ ist: keine reinen Oktaven, keine Pentatonik, keine fünftönige Temperierung…

Die Übertragung dieser Stimmung auf „westliche Instrumente“ erfordert daher elaborierte Maßnahmen. Diese zu finden und künstlerisch überzeugend zu realisieren war Ziel des Projekts.

Schritt 1

Zunächst wurden Verfahren entwickelt, wie „normale“ elektronische Instrumente bzw. Computerprogram-me, die mit Samples arbeiten, einschlägig gestimmt werden können. Keyboards, wie sie heute beispiels-weise Alleinunterhalter, die arabische Musik spielen, verwenden, kamen nicht in Frage, da solche Keyboards mit reinen Oktaven arbeiten. Das Bremer Gamelan jedoch ist nicht oktavrein gestimmt, was zur Folge hat, dass jede „Taste“ eines (virtuellen) Keyboards einzeln gestimmt werden muss. Neben den Synthesizern von Yamaha, die ein freies Microtuning verwenden, können Programme verwendet werden, bei denen vor jeder Note über Midi ein individueller Pitchbend-Wert gesendet wird. (Details hierzu unten!)


Schritt 2

Auf die Bremer Instrumente in diesem Sinne genau abgestimmte Synthesizer sollen in einer anspruchsvollen Komposition zusammen mit dem Bremer Gamelaninstrumentarium spielen. Dazu wurde ein Kompositionsauftrag an Ulrich Götte erteilt (siehe „Mira“), der 1997 zur Uraufführung gelangt ist. Der Gesamteindruck dieser Aufführung war, dass - etwa im Gegensatz zu Kompositionen von Eberhard Schoener für Gamelan und Elektronik - der Klangunterschied zwischen Elektronik und Gamelan nicht mehr wahrgenommen worden ist (vgl. den Mitschnitt).