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Seminar "100 Jahre Elektronische Musik"

Geschichte, Technik und Ästhetik

Im Jahr 1920 stellte Lew Thermen das weltweit erste elektronische Musikinstrument öffentlich vor: das Theremin (oder Aetherophon).

100 Jahre elektrischer, elektronischer und elektroakustischer Musik: ein auf- und anregendes Hin & Her zwischen Avantgarde & Pop, zwischen Studio & Live, zwischen Rechnen & Fühlen, zwischen Musik & Unmusik, zwischen Konzert & Disco, Zwischen Komposition & Improvisation, zwischen Brain & Body.

Im Seminar soll diese vielfältige Geschichte

  • aus der technischen Perspektive des Instrumentenbaus,
  • aus der kompositionstechnischen und ästhetischen Perspektive und
  • vor den kulturellen, sozialen und ökonomischen Hintergründen betrachtet und sortiert werden.

Das Seminar kann im Musik-Master of Education, Wahlpflichtbereich "Musik und Medien", sowie im Masterstudiengang Integrated Media belegt werden.

Kennnummer 03.04.522, Montag 12-14 im Studio E (Beginn 20.4.2020).

Themenfelder

1. "Eine Neue Zeit braucht neue Musikinstrumente!" Die ersten elektronischen Spielinstrumente zwischen U und E und deren Revival (und virtuelle Simulation) seit den 1990er Jahren: Theremin, Ondes Martenot, Trautonium und Mixturtrautonium.

2. "Eine Neue Zeit braucht eine neue Musikästhetik!" Die ideologischen und polit-ästhetischen Hintergründe in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Italien, Russland - Futurismus, Emanzipation von Klang und Geräusch, Maschine und Technik als Thema von Kunstmusik (Rusollo, Varése, Schönberg, Webern).

3. "Jeder Sound ist Musik!" Tape Music und musique concrète: John Cage, die Pariser Schule (Pierre Schaeffer), IRCAM (Boulez!). Von musique concrète zur Soundscape-Bewegung und zur Klangkunst.

4. "Radikaler kompositionstechnischer Fortschritt braucht Elektronik!" Die "strenge" Elektronische Musik der 1950er und 1960er Jahre: serielle Musik und das reine Klangmaterial, serielle Sprach-De-Komposition; Stockhausen, Eimert, Boulez, elektronische Studio- und Radiomusik.

5. "Computer komponieren elektronisch!" Anfänge der Computermusik und computerisierten Elektronik. Elektronische Formalisierte, Algorithmische und Fraktale Musik. Computerkomposition in Europa: von Xenakis, Barlow, Koenig ... bis zu den aktuellen Aktivität von IRCAM (Paris).

6. "Verändertes Bewusstsein durch elektronische Welten!" Analoge Synthiklängeeröffnen den Kosmos des Über- und Unterbewusstseins. Electric Jazz (Bitches Brew), Synthipop (Jean Michel Jarre), Psychedelic Rock (Tangerine Dreams), New Age Musik (Erdenklang).

7. "Technik als Thema von Musik und das Repetitive!" Von Kraftwerk bis Techno und Club-Electro: Repetitive Musik, „Technik" als Thema von Musik, Da-Da-Da, die technischen und ideologischen Voraussetzungen von Techno zwischen Avantgarde und Love Parade, elektronische Minimal Music, May-Day heute.

8. "Elektronik vom Studio auf die Bühne!" Mensch und Maschine, das "Spielen" der Elektronik: Interaktive Musik, Elektronische Klanginstallationen, das „Interface", Brain & Body, virtuelle musikalische Räume, Multimedia im Heimstudio, der Sampler als Komponist.

9. " Elektronische und elektroakustische Musik!" Die zwei Welten - elektronische und elektroakustische Musik - sind weniger weit auseinander als sie sich konstruieren und meinen. Was geschieht heute im Dortmunder Mayday und auf der Berliner Biennale Elektrakustischer Musik? Die Avantgarde wird menschen freundlicher und die Popularkultur kunstvoller.

10. "Elektronische Musik bringt Demokratisierung!" Selfmade-Elektronische Experimente: Musizieren mit dem Smartphone, mit Smart Textiles, mit virtuellen Synthis und Drummashines. Für zu Hause und im Musikunterricht.

 

 

Zur "Playlist Elektronische Musik made in Oldenburg". --- Zum Download des Skriptums "Musikalische Akustik, Instrumentenkunde, Neue Musiktechnologien". --- Zum Verzeichnis aller Elektronik-Publikationen von Wolfgang Martin Stroh