Noten - kommentierte Auswahl

Klezmer-Klassiker - Klezmer-Nachfolger - Wissenschaftliche Noten - Jiddische Lieder - zu den Literaturempfehlungen!

Klezmermusik instrumental - "Klassiker"

Horowitz, Joshua (Hg.): The Ultimate Klezmer, Tara Publication, New York 2001 - Neuausgabe der International Hebrew Wedding Music, die 1916 Nat Kostakowsky in New York herausgegeben hat. Es ist "die größte kommerzielle Kollektion von Klezmermusik, die je publiziert worden ist" (Vorwort von Joshua Horrowitz). In der Tat enthält die Kollektion 360 Musikstücke. Die Noten sind weitgehend Faksimiles der 1916er-Ausgabe. Horowitz hat zu allen Stücken einen Kommentar hinzugefügt und gibt an, wo man gegebenenfalls den Titel eingespielt finden kann. Neben den üblichen Horas, Doinas, Freilachs und Bulgars enthält die Kollektion auch andere Genres, die offensichtlich bei Hochzeiten gespielt worden sind: Csardas, Märsche, Polkas, Walzer, Tarantellas usw. In der Sektion "Songs of Zion" gibt es 13 Lieder, die aber ohne Text aufnotiert sind. Die Akkordsymble, die Horowitz selbst hinzugefügt hat, sind "gemäßigt", d.h. es gibt wenige und kaum komplizierte Akkordvorschläge. Dies erscheint mir "authentischer" als Sapoznik, der eher die US-Praxis des Jewish Swing widerspiegelt.

horowitz

Kammens International Dance Folio No. 1, New York 1924: Der lange Zeit "gültige" Klassiker (des "core repertoires") schlechthin. 30 Stücke, einstimmig notiert, so wie sie Klezmorim in den USA aufgeschrieben haben. Diese Quelle ist Bezugspunkt für viele spätere Klezmermusikgruppen. Es gibt nur Noten, keinerlei Kommentar. Die Titelgebung ist oft verwirrend, macht aber nichts! - In der Ausgabe, die ich besitze (download hier), sind wenige Akkordsymbole von Hand eingetragen, wie sie bei den frühen Klezmorim wohl üblich waren.

folio

Sapoznik, Henry: The Compleate Klezmer. Tara Publication New York 1987. Sapoznik sitzt seit 1979 als Urheber des Musikarchivs im YIVO (New York) an der Quelle der Schallplatteneinspielungen von Klezmermusik. Zusammen mit Pete Sokolow hat er einen ausführlichen Kommentar verfasst. Sokolow, der auch die Transkriptionen vorgenommen hat, schreibt 12 Seiten zur Aufführungspraxis. Bei jedem der 33 Stücke befinden sich Angaben zur Quelle und zur Aufführungspraxis. Die Transkriptionen sind weitgehend ohne "Schnörkel" (Transkriptionen charakteristischer Krechzer etc.) sehr übersichtlich. Ungewöhnlich sind die manchmal die vom komplizierten Jazz inspirierten Akkordsymbole. Der Band enthält viele historische Fotos aus dem YIVO-Archiv. Die hier vorliegenden Transkriptionen werden von zahllosen Klezmerbands nachgespielt. Während die Noten von "Kammen" (1924) oder "Wedding Music" (1916) Niederschriften bzw. Erinnerungsschriften von Klezmorim gewesen sind, liegen dem "Compleat Klezmer" von 1987 Schallplattenaufzeichnungen folgender Orchester ("Jewish Swing Bands etc.) zugrunde: Naftule Brandwein Orchestra 1923, Harry Kandel's Orchestra 1921, Abe Schwartz's Orchestra 1917 und 1919, Broder Kapelle 1929, LT Joseph Frankel's Orchestra 1919, sowie Soloeinspielungen von Naftule Brandwein 1923 und Dave Tarras 1929, - Sapoznik leitet das KlezKamp (gab jetzt für 2015 die Leitung ab), gründete die Revivalband "Kapeyle"

sapoznik

Phillips, Stacy: Mel Bay's Klezmer Collection. For C-Instruments. Mel Bay Publications Inc., 1996 (www.melbay.com). Dies ist eine ungemein umfangreiche Sammlung von Transkriptionen aus allen nur denkbaren Schallplattenaufzeichnungen des 20. Jahrhunderts. Wie bei Sapoznik wird bei allen Stücken angegeben, wer den jeweiligen Titel eingespielt hat. Einige Titel gibt es in mehreren Versionen, so dass ein Interpretationsvergleich möglich ist. Im Gegensatz zu Sapoznik versucht Phillips möglichst viele Artikulationszeichen unter zu bringen. Das macht die Noten zwar etwas unübersichtlich, ist aber zugleich auch sehr aufschlussreich. Alledings bemerkt der Autor, dass jeder, der diese Noten "richtig" spielen möchte, unbedingt die jeweilige Schalplatteneinspielung anhören sollte. Übrigens gibt zur Sammlung von Sapoznik ganz wenige Überschneidungen, d.h. die meisten Titel sind gegenüber Sapoznik und Kammen neu. Oft ist ein bei Sapoznik oder Kammen relativ einfach notierter Titel hier in fast nicht mehr erkennbaer Weise "verschnörkelt" zu finden - hoch interessanter Einblick in die Klezmer-Interpretationskunst des 20. Jahrhunderts in den USA.

Klezmermusik instrumental - Nachkommen

Feidman, Giora: The Klezmer Wedding Book. ROM Productions P.O.B.242, Flushing, NY 113. 1993/1998. Dies ist eines der wenigen Notenhefte des ROM-Verlags, die 2015 nicht vergiffen sind. Die Arrangements für drei Melodieinstrumente stammen von Ofer Ben-Amots (israelische Komponistin, Frau von Giora Feidman) und sind eher "musikpädagogisch". Das bedeutet: leicht spielbar, aber nichts fürs Konzertpodium. Von den anderen Heften dieser Reihe hat die Bibliothek Exemplare: The Dance of Joy; From the Repertoire of Gioar Feidman; The Magic of the Klezmer; Easy Klezmer. Die ganze Kollektion ist auf der Seite http://www.musikalienhandel.de/noten/verlag/ROM+PRODUCTIONS/ ausgebreitet. Dort findet man auch die einzelnen Titel der Notenhefte.

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Rosenberg, Marvion (Arr.): Dance Klezmer Style! Tara Publications, New York 1995. Fünf griffig Bigband-Arrangements einiger Klezmer-Klassiker: 2 Melodiestimmen, eine Bassstimme, Klavier. Man kann an diesen Noten die Art und Weise lernen, wie amerikanische Klezmerbands arrangieren. Geht gut ab. (Die Noten sind in der Bibliothek vorhanden. Download von zwei "Frelachs", Download der Klavierstimme von Frelach 2.)

Eisel, Helmut: Durch Klezmermusik zur Improvisation. Edition Hot Hands, Köln 2000 (Bestellnummer 89050). Eine modernisierte Neuauflage ist bei SCHOTT als "Talking Clarinet. Einführung in die Klezmer-Improvisation + 12 Original Solos für B und C Instrumente" erschienen. Beide Bände enthalten einen Tonträger. - Eisel ist der wohl erfolgreichste Feidmanschüler in Deutschland, der stark jazzorientiert ist. Seine Improvisations-Einführung ist eher an Jazz-Skalen denn an der spezifischen Artikulation von Klezmermusik orientiert. Immerhin findet man hier auch Eigenkompositionen von Eisel, die man zu "Neoklezmer" rechnen kann: relativ brave Stücke, die die tradiotionelle Melodik leicht variieren.

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Brauer, Timna und Elias Meiri: Israel. Reihe World Music. Universal-Edition Wien 2000. Mit CD. Die in Deutschland als Weill-Sängerin und in Israel als Projektleiterin mit multikulturellen Chören bekannte Timna Brauer hat hier jiddische und sephardische Lieder in variablen Besetzungen heraus gebracht. Neben den üblichen Melodiestimmen gibt es auch Stimmen für Gitarre, Percussion, Klavier und Bass. Die Arrangements sind relativ anspruchsvoll. Neben zwei sephardischen Melodien gibt es auch eine jemenitische. Die auf der CD eingespielten Beispiele/Playalongs klingen gut.

Musall, Franziska: Neoklezmer in Deutschland. Examensarbeit Oldenburg 2003. Band II enthält Transkriptionen von "a grus fun der alter heym" (Monika Feil), "ness" (Florian Dohrmann), "kühnes freilach" (Peter Dahm), "seek for silence" (Willem Garre), "crazy freilach" (Olivier Truan), "far dir" (Florian Ewald).

Igudesman, Aleksey: Klezmer & More. Universal-Edition, Wien 2007. (UE 33650) Diese Violinduos sind spieltechnisch sehr anspruchsvoll und haben nur noch entfernt etwas mit der osteuropäischen Klezmermusik als Unterhaltungs- und Tanzmusik zu tun. Beide Geigen sind gleichberechtigt und wechseln sich in der Melodieführung ab. Bis auf einige Anklänge an bekannte Melodien (z.B. bei der mit 7/8 verfremdeten "Hava Nagila" sowie zwei bekannten Klezmerstücken) handelt es sich um Neukompositionen.

Przystaniak, Peter: That's Klezmer. 12 Stücke für 1-2 Melodieinstrumente und Klavier. Edition Peters Nr. 11109, Wiesbaden 2008. Mit CD. Sieben klassische jüdische Melodien gefolgt von fünf Neukompositionen, die musikalisch recht interessant sind. Einige Stücke sind nicht ganz einfach zu spielen. Przystaniak ist selbst kein "authentischer" Klezmermusiker, er hat die vorliegenden Musik aber mit dem israelischen Klezmer-Revival-Star Irith Gabriely (dies ist eine Frau) entwickelt und eingespielt. Die Klarinettenstimme auf der CD ist daher hörenswert. Gabriely hat 1991 den Klezmer-Award des iraelische Klezmerfestivals von Zefat gewonnen und spielt mit der (deutschen) Gruppe "Colaleila". Ein paar neue Töne gibt es beispielsweise beim "Jiddish Blues", dem "Old Oriental Klezmer" und zwei weiteren mit "Old Klezmer" bezeichneten Neukompositionen. Melodiestimmen für Geigen in C und Klarinetten in B.

Leupold, Regula: Tants fidele, tants! Von Hora bis Quadrille. Helbling, Innsbruck/Esslingen 2008. 8 Jiddische Lieder bzw. Klezmerstücke werden mit jeweils einer anderen Choreografie versehen. Detaillierte Schrittvorgaben. "Da sich zu diesen Melodien keine überlieferten Choreografien finden ließen, war es eine interessante Herausforderung, neue Tänze zu kreieren", heißt es im Vorwort. Daher ist diese Sammlung nicht als eine Einführung in die klezmertypischen Tanzformen (Hora, Sher, Freilach, Bulgar, Kolemeike usw.) zu gebrauchen, auch nicht in das, was in unseren Unterrichtsmaterialien als "Eckstaedts Tanzstunde" (die auf das KlezKamp zurück geht) bezeichnet wird. Die Musikeinspielungen sind "ordentlich", haben aber nicht den Pfiff mitreißender Klezmerbands (wie "Amsterdam Klezmerband", "Klezmorim" usw.), die ich für "freies Tanzen" sehr empfehlen würde. - Übrigens könnte ein Blick auf www.yiddishdance.com die Autorin belehren, dass ihre Meinung bzw. Annahme falsch ist. Das tut den Tanzschritten aber keinen Abbruch.

Matejkos, Vahid: Klezmer Play-Along. Alfred Publishing Verlags GmbH, Köln 2009. Mit CD. Neben ein paar traditionellen Melodien enthält die Sammlung viele recht interessante Kompositionen von Vahid Matejko. Typische Klezmerfiguren werden in neue Zusammenhänge gestellt. Das einstimmige Notenbild mit Akkordsymbolen erinnert an das Schiftbild des Realbook. Moderate Verzierungen sind mitgeliefert. Die Playalong's finde ich unsäglich "synthetisch". Man wird sich in guter Realbook-Manier selbst auf die Suche nach einem Arrangement machen müssen. Auf der CD spielt der Geiger mit einem gewissen "Zigeneuner-Feeling", das einige Anregungen zum Verzieren etc. gibt.

Jones, Edward Huws: The Klezmer Fiddler. Für [drei]Violine[n] und Klavier. Boosey & Hawkes, London 2013. Mit CD (Play-Alongs). Von den zahlreichen in den letzten Jahren auf dem semiprofessionellen Markt herausgekommenen Noten für gemischte Ensembles, gefällt mir diese Ausgabe noch am meisten. Sie enthält 16 sehr bekannte Klezmerstücke. Die Notation ist einfach mit Akkordsymbolen und einer "amerikanischen" Klavierbegleitung (rum-da-rum-da). Man kann die Musik auch "original" mit drei Geigen (Melodie, Zweitstimme, Rhythmus-Geige) und Bass spielen; oder nur mit Geige und Klavier usw. Das Playalong auf der CD ist sehr "brav", d.h. der Geiger spielt korrekt, aber nicht sehr klezmertypisch.

Wissenschaftliche Noten

Slobin, Mark (Hg.): Old Jewish Folk Music. The Collection and Writings of Moshe Beregovski. Teil 1: Folk Songs and Instrumental Tunes, 1934 (283 Seiten); Teil 2: Jewish Folk Songs, 1982 (S. 285-510). Beregovski (1982-1961) war Musikethnologe in Kiew, der zwischen 1929 und 1940 ungefähr 2000 Musiktitel auf 700 Wachszylindern überwiegend in der Ukraine aufgenommen und archiviert hat. Zudem hat er Wachswalzen anderer Teams gesammelt. Bis 1994 galten die Originale als verscshollen, während die theoretischen Schriften und Traskriptionen auszugsweise bekannt sind. In Slobins Ausgabe 1982 sind die Noten von ca. 300 Melodien enthalten.

Slobin, Mark, und Robert Rothstein und Michael Alpert (Hg. und Übersetzung): Jewish Instrumental Folk Music: The Collection and Writings of Moshe Beregovski. Syracuse University Press, Syracus 2001 (ISBN 0-815-0691-5) mit CD. Dies Buch ist zur Zeit vergiffen und wird in Kopie im Sommer nach Oldenburg gelangen. Es ist eine Ergänzung der "Old Jewish Folk Music" von 1982.

Beregovski, Moishe: Jewish Musical Folklore. 1934ff. Neuausgabe der gesamten 5 Bände. Dukh & Litera, Kiew 2012 Band 1: Jewish Workers and Revolutionariy Songs. Songs about Recruitment and War. 250 Seiten. Band 2: Jewish Lyrical and Family Songs. 225 Lieder. Band 3: Instrumental Music. 256 Instrumentalstücke. Band 4: Jewish Tunes with wrods: 158 Nigns, 56 freylachs (mit jeweils Ausnahmen) Band 5: Music- and Theater Performances, 640 Seiten! Zu dieser Printausgabe gehören 5 CD's. Teil-Ansicht hier!

beregovski

Björling, Kurt: Jewish Doinas: 7 Transcriptions of Vintage Recordings with Notes and Comments (incl. CD), Chicago 1990. "Doina" ist eine aus Rumänien stammende Improvisationsart, die in den USA von Klezmermusikern gerne gespielt wurde. Björling (selbst ein bekannter Klezmer-Revivalist) hat sieben solcher amerikanischer Improvisationen transkribiert (und analysiert). Aber zum Nachspielen ist so etwas nicht gut zu gebrauchen.

Rubin, Joel: Mazeltov! Jewish-American Wedding Music. Schott-Verlag ED 8695, Mainz 1998. Die 16 Stücke, die hier als Melodiestimme plus Akkordsymbole abgedruckt sind, sind die Notenvorlagen der CD "Zeydes un Eyniklekh", die Joel Rubin selbst eingespielt hat: Jüdisch-amerikansche Hochzeitsmusik aus dem Repertoire von Dave Tarras. Rubin bespricht ausführlich die Musik, die Interpretation und seine Art der Notation. (In der Tat ist der Text ein Teil seiner Dissertation.) - Rubin ist selbst bekannter Klarinettist und Klezmermusik-Autor. Auch die genannte CD hat er (zunächst bei "trikont", heute bei wergo-Schott) herausgegeben. Zusammen mit der CD ist dies ein fundiertes Kompendium der Klezmermusik von Dave Tarras, der ja zu einer zenztralen Figur des amerikanischen Klezmer-Revivals geworden ist, der "Letzte", der noch in Osteuropa geboren ist und das Revival miterlebt hat. Vergleicht man Rubins Einspielungen mit denjenigen vn Tarras, so hat man den Eindruck, dass Rubin noch mehr Schnörkel (vor allem Triller) spielt als es Tarras getan hat. Ich persönlich finde das etwas maniriert, weil die Melodien überhaupt nicht mehr zu erkennen geschweige den zu genießen sind. Überall hört man die Artistik des Klarinettenspiels und nicht mehr die Musik.

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Stoljar, Zinovij: A Yiddishe Doyne. Jüdische Volksmusik in Osteuropa. Lieder und Melodien. Mendelbaum, Wien 2000. Der moldawische Wissenschaftler Stoljar hatin Bessarabien 30 Melodien von Liedern und Musikstücken als Feldforschung gesammelt und kommentiert. Auch die wissenschaftliche Einleitung ist interessant. Das hier aufgezeichnete Repertoire weicht stark von "normalen" Klezmermelodien ab.

Rubin, Joel: The Art of the Klezmer: Improvisation and Ornamentation in the Commercial Recordings of New York Clarinettists Naftule Brandwein and Dave Tarras 1922-1929, London 2001. Transkriptionen mehrerer Einspielungen der beiden im Titel genannten Musiker. Auszüge aus dieser Dissertation sind online zu haben (hier). Die komplette Dissertation (ein Meisterwerk an Akribie!) kann man bei mir einsehen.

Winkler, Georg: Klezmer. Merkmale, Strukturen und Tendenzen eines musikkulturellen Phänomens, Dissertation, Salzburg 2001. Transkriptionen von 12 Fassung des "Heyser Bulgars".

Lensch, Juliane: Klezmer Von den Wurzeln in Osteuropa zum musikalischen Patchwork in den USA. Dissertation Gießen. Wolke, Hofheim 2010, Analysen und Notenbeispiele zum Jewish Swing im zweiten Teil dieser Dissertation.

Jiddische Lieder

Jacobsen, Josef und Erwin Jospe (Hg.): Hawa Naschira! (Auf! Laßt uns singen!) Liederbuch für Unterricht, Bund und Haus. Benjamin, Leipzig-Hamburg 1935. Reprint bei Dölling und Galitz, Hamburg 2001. Dies Liederbuch enthält neben überwiegend "hebräischen" auch 24 jiddische Lieder. Unter den hebräischen sind aber viele Melodien, die als Klezmermelodien bekannt sind (z.B. Nign's). Der Lexikonteil ist mit 290 Seiten auch sehr ergiebig und in deutscher Sprache.

Jaldati, Lin und Rebling, Eberhard: s brent, briderlech, 's brent - Jiddische Lieder. Rütten & Loening, Berlin 1985 (eventuell schon 1966): Einleitung, Texte, Noten. Jaldati und Rebling haben kurz nach dem 2. Weltkrieg in Lagern "for displaced persons" vor Juden jiddische Lieder gesungen. Später ist das Duo von der DDR aus in die Schweiz und noch später sogar nach Westdeutschland gereist. Ihr Liederbuch ist auch im Westen ein Reservoire "politisch korrekter" jiddischer Lieder gewesen. Nicht alle Lieder haben Noten, aber alle sind auch ins Hochdeutsche übersetzt. Alles in allem ist dies für mich in den 1970er Jahren die bedeutendsste Sammlung jiddischer Lieder gewesen. Wer Jaldati und Rebling in ihren letzten Live-Auftritten hören möchte, kann sich an mich wenden. Es gibt aber auch CD's mit Jaldati-Einspielungen. (PS Reblings Tochter hat auch Jiddische Lieder auf CD eingespielt - nicht verwechseln!)

Janda, Elisabeth u. Sprecher, Max: Jiddische Lieder. Fischer TB, Ffm. 1970.

Frankl, Hai und Topsy: Jiddische Lieder .Fischer TB 2960, Ffm. 1981. - Frankl, Hai und Topsy: Wenn der Rabbi singt. Jiddische Lieder (Geleitwort: Saleia v. Landemann). Gütersloher V.-H. 1996. Die beiden Liedermacher gehören zu den ersten Sänger/innen, die jiddische Lieder in Westdeutschland aufgeführt haben. Ihre LP "Jiddische Lieder" enrthält the best of dieses Liederbuches

Pasternak, Velvel: The International Jewish Songbook. Tara Publication, New York 1988. Pasternak ist der Gründer von "Tara Publications", dem weltweit führenden Verlag für jüdische Musik. Das vorliegende Liederbuch basiert auf einer Auswahl durch Pasternak. Die Klavierbegleitung stammt von Edward Kalendar.Die Kategorien des Liederbuches lauten: Songs of Israel; Songs in Yiddish; Songs in Ladino (sephardische Judensprache); weitere Lieder zu jüdischen Festen. Download als e-book unter http://www.jewishmusic.com/.

pasternak

Mlotek, Eleanor Gordon u.a. (Hg.): Pearls of Yiddish Song. Educ. Dept. of Worldmen's Circle 45 East 33 St., New York 1988. - Mlotek, Eleanor Gordon u.a. (Hg).: Mir Trogn a Gezang! Favorite Yiddish Songs. ebenda (5th ed. 1989)

Lemm, Manfred (Hg.): Mordechaj Gebirtig: Jiddische Lieder. Edition Künstlertreff, Wuppertal 1992. Der Liedermacher Lemm hat alle bekannten Lieder des Komponisten und Sängers Gebirtig gesammelt und heraus gegeben, wobei er sich auf eine polnische "Gesamtausgabe" bezieht. Gebirtig lebte und wirkte in Krakau, wo er von deutschen Soldaten erschossen worden ist. Seine (neu komponierten) Lieder sind in Jiddisch und gehörten von Anfang an zum jüdischen "Volksliederschatz".

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Hinweis: die Platten (bzw. CD-Neuausgaben) von Zupfgeigenhansel und Espe enthalten alle Lieder in Text und teilweise auch mit Noten. Diese wertvollen Booklets, die sehr gut die westdeutsche Rezeption Jiddischer Lieder widerspiegeln, sind in Kopie oder im Original in der Bibliothek vorhanden.